Das Web-Portal-System (WPS) wird als Web-Content-Management-System (WCMS) am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) eingesetzt und erzeugt dort ca. 65.000 Web Pages. Mit dem WPS können effizient, flexibel und performant Web Sites und Portale erzeugt, betrieben und gepflegt werden. Vorgefertigte Funktionen und flexible Strukturen lassen sich schnell auf individuelle Bedarfe anpassen.
Problemstellung Der Fachbereich (FB) Wirtschaftswissen-
schaften der JLU umfasst 16 Professuren mit ca. 90 Mitarbeitern und rund 3.000 Studierende. Im Rahmen eines internen Projektes wurde ein Relaunch der Web Sites des FBs durchgeführt: Neben einem FB-Portal (vgl. Bild 1) gibt es 16 Web Sites der einzelnen Lehrstühle, drei Web-Portale für die Studienschwerpunkte am Fachbereich, sechs weitere Web Sites zentraler Einheiten (Prüfungsamt, Bibliothek u. a.) und eine personalisierte Lehr- und Lernumgebung für die Studierenden (SPIC – Students Personal Information Center).

Bild 1Die dezentrale organisatorische Struktur des FB bedingt, dass alle Web Sites mit einer Corporate Identity eine Zugehörigkeit zum FB zeigen und dennoch Eigenständigkeit besitzen. Zudem ist keine zentrale Stelle eines „Web-Beauftragten“ vorhanden, von der zentral die Inhalte aller Web Sites gepflegt werden – dies ist sachlich auch kaum umsetzbar, da die einzelnen Professuren eine Vielzahl von Informationen auf ihren Web Sites publizieren. Die Publikation von Inhalten muss also dezentral an den Stellen vorgenommen werden, an denen die Inhalte fachlich zugeordnet sind. Außerdem sollen die Informationen der einzelnen Sites in den Portalen aggregiert dargestellt und den Studierenden in ihrer persönlichen Umgebung aktuell und vollständig zur Verfügung gestellt werden.
Lösungsansatz Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde ein WCMS gewählt, welches das dezentrale Management von Contents, die Mehrfachverwendung von Inhalten auf verschiedenen Web Sites, die Content-
Aggregation auf Web Portalen, die Umsetzung der individualisierbaren, barrierefreien Corporate Identity und eine sehr einfache formulargestützte Bedienung erlaubt: das Web-Portal-System (WPS). Mit dem WPS können die Web-Site-Inhalte einzelner Professuren vom System völlig selbstständig zum Fachbereichs-Portal zusammengeführt werden. Das bedeutet schlanke und über-
sichtliche Verantwortungsbereiche, Aktualität, Relevanz und damit Qualität der Inhalte.
Dabei bleibt der Aufwand für die Pflege der Inhalte gering. Das WPS bietet für die Anpassung an die Organisationsstruktur vielfältige vorgefertigte Funktionen. Der Breite und Tiefe einer Organisation sind dabei keinerlei technische Grenzen gesetzt. Eine Bündelung von Inhalten (z. B. News oder Downloads) verschiedener organisatorischer Einheiten (Professuren u. a.) ist einfach möglich: Schritt für Schritt verdichtet sich somit das Informationsangebot „wie von selbst“. Die hinterlegte Organisationsstruktur ist nicht fix, sondern kann problemlos angepasst werden. Zur einfachen Bedienung ist das WPS je nach Anwendungsbereich in verschiedene Module gegliedert (vgl. Bild 2). In allen Modulen stehen übersichtliche und intuitiv bedienbare Eingabemasken zur Verfügung, um die Web Sites mit neuen Inhalten zu versorgen. Damit wird das System selbst für Technik-Laien problemlos nutzbar.
Bild 2Die Anforderung einer in Teilen individuali-
sierbaren Corporate Identity deckt das WPS durch die Funktionalität des „Template-Editors“ ab. Der Template-Editor ermöglicht, zentrale Elemente für alle organisatorischen Einheiten (Professuren) vorzugeben und individuelle Gestaltungsspielräume granular zu gestatten. Damit kann sichergestellt werden, dass bestimmte Elemente und Strukturen in Layout und Design für eine Corporate Identity auf allen Web Sites und Portalen vorhanden sind: z. B. eine ähnliche Kopfzeile, einige Farben für Menüs und Verweise, das Universitätslogo u. a. Der Template-Editor erlaubt, diese Elemente und Strukturen vorzugeben. In der weiteren Gestaltung sind die organisatorischen Einheiten frei. Dabei kann auf Layout-Vorlagen zurückgegriffen werden. Das WPS bietet auch die Möglichkeit, Web Sites komplett nach aktuellen Web-Standards wie (X)HTML und CSS zu erstellen, wodurch sich dem geübten Web Designer das gesamte Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten moderner Web-Standards erschließt.
Die Barrierefreiheit einer Web Site ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für zeitgemäßes Web Design. Das Web-Portal-System unterstützt durch den Einsatz von Cascading Stylesheets und standardkonformer Programmierung nach den Vorgaben des World Wide Web Consortium (W3C) die Nutzer bei der Umsetzung barrierefreier Web Sites. Das gewährleistet einen freien Zugang zu den Inhalten für alle User und macht die Web Site zukunftssicher.
FazitDie besonderen Funktionen des WPS für die Steuerung einfacher und komplexer dezentraler Organisationen und die einfache Bedienung erlaubt einen effizienten und effektiven Einsatz für eine reichhaltige, aktuelle und vollständige Web-Site-Struktur.